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Tanzen und Leistung
Autor: Friedrich (Moderator)
Datum: 26. September 2007 00:31

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Leistung erbringen und noch mehr leisten ist für die meisten von uns zum Muss geworden. Kaum ein Job, wo das nicht mehr so ist. Auch privat ist es oft ähnlich, kaum wo ist Zeit im Überfluss vorhanden und der Drang dies und das tun und erleben zu müssen steht im Vordergrund.

Tanzen ist doch was sinnliches und sollte eigentlich logisch betrachtet mit Leistung wenig am Hut haben.

Tanzsport dagegen sehr wohl - im Tanzsport geht es darum, Leistung zu zeigen, man wird daran gemessen.

Ist ist Leistungstanzen eigentlich noch Tanzen oder unterscheidet man Tanzen und Tanzsport oder sind dies vielleicht sogar zwei gegensetzliche Dinge?

Was ist Tanzen?
Was ist Tanzsport?
Wäre es nicht nett in der heutigen Zeit einen Bereich zu haben, wo es mal nicht um Leistung geht?



Re: Tanzen und Leistung
Autor: ___ (89.15.13.---)
Datum: 26. September 2007 01:29

Ich glaube, daß je weiter man in die Materie eindringt, desto eher kommt man wieder zum Ursprung des Tanzens zurück. Ein Mann, eine Frau, Musik, Bewegung. Hans Laxholm und Donnie Burns waren für mich diesbezüglich äußerst inspirierend. Aber das sieht man leider nur bei den besten Paaren der Professionals. Das, was wir Tanzsportler betreiben, ist, den langen, steinigen Weg dorthin zu gehen...und einige von uns kommen vielleicht einmal am Ziel an.

Re: Tanzen und Leistung
Autor: @ (83.65.205.---)
Datum: 26. September 2007 08:24

man kann tanzen auf mehreren ebenen genießen.
das was wir tanzsportler eben anstreben ist perfektion. wie oben erwähnt, erreicht es fast niemand obwohl viele hart daran arbeiten.
aber im endeffekt ist der weg ja auch ein wenig das ziel. tanzen ist eben wie sucht. man will immer mehr...
es macht freude, zu merken wie der körper immer mehr tut was man von ihm will. wie das tanzen immer besser wird und harmonischer mit dem partner. die größten glücksmomenten sind nicht unbedingt, wenn ein gutes turnierergebnis erreicht wird...

sicher entsteht gerade vor wichtigen turnieren leistungsdruck. aber das würde ich nicht zu negativ sehen...

Re: Tanzen und Leistung
Autor: nitchen (84.112.10.---)
Datum: 26. September 2007 23:43

man kann nur "tanzen" um des tanzens willen, also locker und gelassen und auf die musik eingehend, wenn man ein gewisses niveau hat - und selbst da strebt man weiter nach perfektion.und um dieses niveau zu erreichen, muss man eben trainieren, trainieren, arbeiten, und das ist mit schweiss und schmerz verbunden.
ohne die motivation des wettbewerbs ist es natuerlich schwer, am ball zu bleiben.

das "problem" an der sache ist wohl, dass tanzen in die spalte "kuenstlerisches schaffen" faellt - und so gesehen, gibt es kein oberes limit zu erreichen.der mensch wird immer nach moeglichekeiten suchen, das vorhandene noch mehr zu verbessern, ob das nun die interpretation der musik ist oder die koerperdehnung oder das spueren des primitiven rhythmischen puls im koerper mit mehr bewusstsein...usw

tanzsport hat zwar mit tanzen im eigentlichen sinne was zu tun, nur versuchen wir es zu perfektionieren, und indem wir das versuchen, sind wir nicht mehr frei. ich denke, dass bewegung zu musik ( also tanzen im herkoemmlichen sinne ) ohne schritte funktionieren, oder aber mit einfachen grundschritten zu IMPROVISIEREN!!
nur wer wirklich nicht mehr nachdenken muss, kann improvisieren, kann mit der materie oder musik bewusst arbeiten...nur wer ist schon in der lage, das zu bewerkstelligen!

und somit zu "leistung", um dieses stadium zu erreichen, muessten wir vorher die leistung erbringen, denn die ist notwendig, um uns in diese hoehe zu befoerdern.
das gilt uebringens nicht nur fuers tanzen meiner meinung nach, sondern auch fuer viele anderen bereiche des lebens.denn erst mit genuegend grundinformationen oder basics *g* laesst sich arbeiten und wir koennen uns weiterentwickeln.

uebringens, eine beobachtung meinerseits: je mehr koennen, desto mehr verlangen nach perfektion, desto verbissener ist man oft bei der sache. was ich damit sagen moechte, ist,die gluecklichsten taenzer sind oft diejenigen, die sich nicht wirklich stress machen und sich auch nicht so in die materie einarbeiten und einfach nur das tanzen, was sie fuehlen, und nicht, was ein wertunsrichter oder trainer oder sonstwer sehen will oder sich gar auf irgendwelche schritte festlegen *g* also auf keinen fall ein turniertaenzer hehe das gibt schon zu denken.....

Re: Tanzen und Leistung
Autor: cat (194.208.33.---)
Datum: 27. September 2007 13:49

" ...die gluecklichsten taenzer sind oft diejenigen, die sich nicht wirklich stress machen ... also auf keinen fall ein turniertaenzer .....

Nun, dem muss ich jetzt doch widersprechen! Ich persönlich halte mich für einen sehr glücklichen Tänzer und zwar drum, weil ich Turniertänzer bin! Weil ich weiß, was man alles trainieren und perfektionieren kann, um dieses herrlich schwebende Gefühl und diese perfekte Gemeinsamkeit mit dem/der PartnerIn anfangs nur hin und wieder und je besser man etwas kann immer öfter zu erleben. Sicher, am Anfang heißt das in erster Linie einmal Training. Aber, mal ehrlich: Wer nicht trainieren will, wem es nicht Spaß macht, Bewegungen zu perfektionieren, der hört sowieso auf. Der wird auch dieses Glücksgefühl, das einem das Tanzen bescheren kann, nicht erleben bzw. es nicht so empfinden.

Ich finde diese Diskussion hier etwas eigenartig. Wer in diesem Forum herumgeistert, ist doch in irgendeiner Form mit dem Turniersport verbunden. Wer Sport betreibt oder betrieben hat, der weiß, dass das ohne Leistungswillen nicht geht. Wer das Tanzen ohne Leistungswillen betreiben will, der ist beim Turiertanz falsch. Allerdings auch beim Ballett und auch bei allen anderen Tanzformen, die stärker in die "Kunstrichtung" gehen.
Soviel aus meiner Sicht zum Thema "sicher kein Turniertänzer".
Du, *nitchen* solltest meines Erachtens deine Position zum Turniersport schwerstens überdenken. Bist du sicher, dass du das wirklich tun willst, wenn du eine solche Meinung vertrittst?

Re: Tanzen und Leistung
Autor: herbert (193.170.250.---)
Datum: 27. September 2007 15:10

Danke, Cat!

Auch ich muss der - leider sehr weit verbreiteten - Meinung vehement entgegentreten, dass Turniertanz auf der einen und Freude am Tanzen auf der anderen Seite einander widersprechen sollen. - Allerdings scheint es dafür ein gewisses Alter zu brauchen: Je jünger die (Turnier-)Tänzer, umso ausgeprägter die Verbissenheit, der Ehrgeiz und der Leistungsdruck.

Diese Unterschiede erkennt man wohl am deutlichsten, wenn man selbst Turniere unterschiedlicher Altersklassen tanzt: in den "jüngeren" Altersklassen (wie z.B. Sen. I winking smiley ) gibt es weit mehr Rempeleien, als z. B. in der Sen. II (und das nicht nur deshalb, weil das Tempo zugegebenermaßen höher ist).

Erst mit zunehmendem Alter scheint mir wieder die Freude am Tanzen in den Vordergrund zu treten. Da wird dann halt auch der Anteil derjenigen Leute größer, die niemandem mehr etwas beweisen zu müssen glauben. (Das Haus ist gebaut, der Baum ist gepflanzt, der Sohn ist gezeugt.)

In diesem Sinne genieße ich es, mittlerweile schon über 50 zu sein: Natürlich freue auch ich mich über einen Sieg oder über eine gute Platzierung. Aber letztlich ist das Turniertanzen selbst (und zwar tatsächlich das Tanzen auf einem Turnier) für mich einfach der große Genuss, die Belohnung für's Training.

Das Turnier an sich, das ganze Drumherum von der Anreise bis zur Siegerehrung - nicht zu vergessen die vielen neuen Freunde, die man mit der Zeit findet - das ganze Flair eines Turnieres (einschließlich des Ärgers über verpatzte Tänze oder ungerechte Wertungen), genau das ist es letztlich, wofür ich (fast) täglich trainiere, wofür ich manchmal sicherlich auch Unannehmlichkeiten auf mich nehme und wofür ich zugegebenermaßen auch nicht ganz wenig Geld ausgebe.

Ich weiß durchaus, dass aus mir kein Weltmeister mehr werden kann. - Aber ich bin stolz darauf, mich mittlerweile mit Leuten messen zu DÜRFEN, die ich noch vor nicht allzu langer Zeit für unerreichbare Götter von einem anderen Stern gehalten habe.

Und jetzt freue ich mich schon auf Klosterneuburg!!!

smiling smiley

Re: Tanzen und Leistung
Autor: nitchen (84.112.10.---)
Datum: 27. September 2007 22:36

ja ich bin sicher, dass ich turnier tanzen möchte!

ich habe hier nur meine meinung vertreten, so wie ich das sehe.ich hab auch schon sehr viel erfahrung auf diesem gebiet, nicht unbedingt bei lateinamerikanische oder standard tänze, aber doch im künstlerischen bereich.

ich fahre gut mit den ansichten, die ich vertrete und bin der meinung, dass jeder sich das heraussuchen sollte, wie er es braucht.

mag sein, dass ihr das nicht so seht wie ich, aber das macht ja nichts, menschen sind individuell und die vielfalt macht es ja auch aus, genauso beim tanzen, jeder fühlt was anderes und die motivation ist auch bei jedem sicherlich anders, natürlich auch was talent und musikalität angeht.

dies hier ist ein forum, ich habe meinen standpukt dargelegt und ich bin nicht der meinung, dass ich was schwerstens überdenken müsste, denn ich bin sehr glücklich so.

es müssen ja nicht alle derselben meinung sein, nicht?smiling smiley
in diesem sinne...


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